Sie stehen in so ziemlich jeder Küche und sind allgemein einfach ungemein praktisch. Trotzdem halten sich manche Gerüchte hartnäckig. Was ist dran?

Als sich die ersten Mikrowellengeräte gegen Ende der 1970er Jahre langsam auch in der Breite durchsetzen konnten, war die Begeisterung groß. Gerade das Aufwärmen von kalten Speisen oder das Erhitzen von Flüssigkeiten war damit in einer Geschwindigkeit möglich, die vorher schlicht unbekannt gewesen ist. Trotzdem lief der Vorgang auch immer kontrolliert ab, nichts verbrannte oder wurde braun und auch nichts konnte festkleben oder austrocknen. Vermutlich gerade weil das alles komplett neu für die Menschen war, haben sich über die Jahre auch immer wieder verschiedene Horrorgeschichten über die Mikrowellentechnologie verbreitet und vor allem hartnäckig gehalten. Viele dieser Mythen sind schlichtweg nicht wahr, stecken zumindest in Teilen aber noch immer in vielen Köpfen drin. Wir wollen daher im Folgenden die größten Mythen über die Mikrowelle vorstellen und dabei auch erklären, was jeweils dran ist.

  1. Mikrowellen verursachen Krebs
    Für den Hobbywissenschaftler und -mediziner liegt die Sache einfach zu sehr auf der Hand. Hier wird mit MikrowellenSTRAHLUNG gekocht und Strahlung verursacht Krebs. Nun sollte eigentlich jedem klar sein, dass Strahlung eben nicht gleich Strahlung ist und es dabei ein ganzes Spektrum an Gefahrenstufen gibt. Von „tötet mehr oder weniger sofort“ bis „es passiert einfach gar nichts“, ist unter dem Begriff Strahlung nämlich alles zusammengefasst. Mikrowellenstrahlung liegen dabei am unteren Ende des Spektrums und radioaktiv ist dabei auch gar nichts. Im Betrieb sind die Strahlen außerdem nur im Inneren der Mikrowelle aktiv, bei einem intakten Gerät kommt also sowieso nichts davon nach außen. Und in den bestrahlten Speisen passiert auch nur eines, die enthaltenen Moleküle werden zum Schwingen angeregt. Nach über 50 Jahren Mikrowelle, zahllosen Studien und Untersuchungen, wird das Krebsrisiko dementsprechend als nicht existent betrachtet. Fazit: Den Mythos kann man getrost vergessen.
  2. Essen aus der Mikrowelle ist ungesund
    Man kriegt durch die Mikrowelle immerhin schon mal keinen Krebs verpasst, aber deswegen kann das darin zubereitete Essen ja trotzdem ungesund sein. Kann es etwa verstrahlt sein oder können bestimmte Chemikalien aus dem Mikrowellengeschirr in die Speisen wandern? Auch den Punkt kann man relativ schnell ausräumen, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Zunächst wird das Essen in der Mikrowelle natürlich nicht verstrahlt, denn hier kommen keine radioaktiven Stoffe zum Einsatz, sondern elektromagnetische Strahlung. Die kann Energie transportieren und in den Speisen dann abgeben, das war es dann aber auch. Die Sache mit den Chemikalien ist etwas komplexer, denn bei der Verwendung falscher Geschirrteile kann es tatsächlich vorkommen, dass daraus ungesunde Stoffe gelöst werden und dann im Essen landen. Bei der Verwendung der Mikrowelle ist also immer darauf zu achten, dass man ausschließlich dafür geeignete Zubehörteile benutzt. Die sind dann frei von BPA und sogenannten Phthalaten und können bedenkenlos eingesetzt werden. Nicht alles was aus Kunststoff ist, sollte also in der Mikrowelle benutzt werden. Hält man sich an diese wenigen Vorgaben, gilt aber auch für diesen Mythos, dass er nicht wahr ist.
  3. Mikrowellen zerstören die Nährstoffe in der Nahrung
    Die Aussage ist zunächst mal keineswegs falsch, aber doch irreführend. Denn wenn es um Nährstoffe wie Vitamine, komplexe Fette oder Antioxidantien geht, muss man folgendes bedenken: Egal welche Zubereitungsmethode man verwendet, sobald sie mit Hitze in Kontakt kommen, werden sie zerstört und sind dann für den Körper nicht mehr verwertbar. Werden die Zutaten dann auch noch in Wasser gekocht, können Nährstoffe außerdem ausgespült werden. Unter dem Gesichtspunkt ist die Mikrowelle an der Stelle also sogar im Vorteil. Nicht nur dass hier in der Regel kein Wasser zum Einsatz kommt, die Zubereitungszeiten fallen hier außerdem auch deutlich kürzer aus, als bei anderen Methoden. So bescheinigt etwa die Harvard Medical School, dass in Mikrowellen sogar mehr Nährstoffe im Essen enthalten bleiben, als bei klassischen Zubereitungsmethoden, wie auf dem Herd oder im Ofen. (Quelle: https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/microwave-cooking-and-nutrition) Der Mythos ist also irgendwie schon wahr, im Vergleich zu anderen Varianten liegt die Mikrowelle aber trotzdem vorn.
  4. Mikrowellen ändern die DNA in Wasser
    Es wird abwegiger, trotzdem wollen wir die Sache ernsthaft beleuchten. So wurden in den letzten Jahren immer wieder Experimente über die sozialen Medien verbreitet, die die angebliche Gefahr für die DNA scheinbar belegen. Dabei wird etwa Wasser in der Mikrowelle „bestrahlt“ und das mit der so modifizierten DNA hat dann die Zerstörungskraft um eine unschuldige Pflanze zu töten. Klingt furchtbar, die Sache hakt aber nicht nur an einer Stelle. Wasser etwa hat selbst gar keine DNA. Wenn sich im Wasser DNA befindet, dann nur durch Verunreinigungen von Lebenwesen, denn nur die haben eine DNA. Aber selbst wenn DNA in die Mikrowelle kommt, wird die nicht durch die elektromagnetische Strahlung verändert. Die bringt Moleküle zum Vibrieren, verändert deren Struktur dabei aber nicht. Um die DNA braucht man sich bei der Mikrowelle jedenfalls keine Sorgen machen und kann auch den Mythos Nummer 4 gekonnt ignorieren.
  5. Fazit: Mikrowellen sind sicher und alles andere als ungesund

    Solange man einige wenige Selbstverständlichkeiten beachtet, sind Mikrowellen praktischer Helfer in der Küche, aber sicher keine Gefahr für Leib und Leben. Wenn man nur dafür geeignetes Geschirr in der Mikrowelle genutzt, ist man tatsächlich auf der sicheren Seite. Man wird dabei keinem höheren Krebsrisiko ausgesetzt, kann sich gesund ernähren und es wird dabei auch keine DNA zum Nachteil modifiziert.