Die Zubereitung einer Beilage wie Kartoffeln oder Reis belegt normal eine Herdplatte für 15 Minuten oder mehr. Es geht auch einfacher und wir zeigen wie.

Zwar steht in den meisten Haushalten zumindest eine Mikrowelle in der Küche, die wird dann oft aber nur für einige wenige Aufgaben genutzt. Das Aufwärmen von Speiseresten etwa, das Erhitzen von Milch oder auch das Schmelzen von Butter. Klar, für solche Fälle ist die Mikrowelle auch wirklich prädestiniert und erleichtert das Kochen und Backen erheblich. Aber Mikrowellengeräte können noch deutlich mehr. Zwar wissen das auch die meisten, trotzdem fällt es halt schwer Gewohnheiten abzulegen und Neues auszuprobieren. Kartoffeln werden schon immer im großen Topf in Salzwasser gegart, genauso wie Nudeln und Reis. Wenn man solche Beilagen zubereitet, dauert es also mindestens 10-15 Minuten (Nudeln und weißer Reis), teilweise sogar über 20 Minuten (Vollkornreis und Kartoffeln) und es kostet auch eine stattliche Menge Energie. Das ganze Wasser will schließlich erst mal erhitzt werden und im Anschluss landet es dann in der Regel im Abfluss, wo die Hitze verloren geht. Wir haben es eingangs bereits angedeutet, eine Mikrowelle kann hier eine echte Alternative sein und ein Versuch lohnt sich! Wir stellen hier die Möglichkeiten vor, die eine moderne Mikrowelle im Bereich der üblichen Beilagen bietet.

  1. Kartoffeln
    Kartoffeln können sowohl geschält als auch ungeschält in der Mikrowelle gegart werden. Ungeschälte sollten dabei im Ganzen belassen werden, da so die Hitze unter der intakten Schale besser absorbiert wird. Schält man die Kartoffeln vor dem Gang in die Mikrowelle, können diese auch direkt, halbiert oder geviertelt werden. Das verkürzt die Garzeit in dem Fall zusätzlich. Die Kartoffeln kommen dann einfach in eine für Mikrowellen geeignete Schüssel und diese wird mit einem passenden Deckel oder einem Teller abgedeckt. Ohne jegliches Wasser kommt das Ganze dann bei maximaler Leistung in die Mikrowelle. Abhängig von der Menge variiert die Garzeit zwischen etwa 5 und 8 Minuten. Bei unserem Versuch waren 5 mittelgroße Kartoffeln bereits nach knapp 7 Minuten gar. Je nachdem was mit den Kartoffeln im Anschluss geplant ist, kann man den Garvorgang natürlich auch anpassen. Möchte man etwa Bratkartoffeln machen, reicht auch ein kürzerer Aufenthalt in der Mikrowelle, denn hier dürfen die Knollen ruhig noch etwas Biss haben.
  2. Reis
    Während Reis als Beilage in Asien quasi bei jeder Mahlzeit auf dem Tisch steht, spielt er bei uns in Europa eher die zweite, nein eigentlich die vierte Geige. Hier werden in erster Linie Kartoffeln, Brot und Nudeln gegessen, erst dann folgt mit deutlichem Abstand Reis. Hin und wieder wird aber auch in deutschen Haushalten Reis gekocht und das geschieht dann meist im klassischen Topf. In jeder asiatischen Küche steht dagegen ein Reiskocher, der die Zubereitung und auch die Aufbewahrung deutlich erleichtert. Da sich so eine Anschaffung bei uns nur selten lohnen dürfte, kann also die Mikrowelle einspringen? Es ist tatsächlich möglich damit auch Reis zu garen und die Methode unterscheidet sich gar nicht so stark vom Kochtopf. Der Reis wird nach dem Waschen einfach in eine Schüssel gegeben und mit der entsprechenden Wassermenge bedeckt. Wie viel Wasser für welche Menge Reis benötigt wird, kann in der Regel der Packung entnommen werden. Das hängt nämlich von der Reissorte ab und kann stark variieren. Die Schüssel wird abgedeckt und kommt dann bei hoher Leistung in die Mikrowelle. Sobald das gesamte Wasser verdampft bzw. vom Reis aufgenommen worden ist, sollte dieser auch gar sein. Es empfiehlt sich daher der Einsatz einer durchsichtigen Schüssel, denn so kann der Wasserstand relativ einfach kontrolliert werden.
  3. Nudeln
    Pasta in der Mikrowelle kochen? Die durchschnittliche italienische Hausfrau wird vermutlich geschockt das Nudelholz fallen lassen, aber das ist durchaus möglich. Im Gegensatz zu Kartoffeln ist die Zubereitung von Nudeln in der Mikrowelle aber eher eine Verlegenheitslösung und der klassischen Methode auf dem Herd nicht überlegen. Im Gegenteil, hier dauert es sogar etwas länger als im Topf. Trotzdem, falls der Herd mal ausfallen sollte, bietet die Mikrowelle eine mögliche Alternative. Dazu gibt man die Nudeln einfach in eine mikrowellenfeste Schüssel und füllt die dann mit ausreichend Wasser auf. Die Nudeln sollten zumindest komplett bedeckt sein. Dann kommt das Ganze ohne Deckel in die Mikrowelle und wird bei maximaler Leistung „gekocht“. Die Garzeit beträgt hier meist ein paar Minuten mehr, als es in einem Topf der Fall wäre. Wenn auf der Nudelpackung also eine Kochzeit von 9 Minuten angegeben wird, dauert es in der Mikrowelle eher 12 – 13 Minuten. Aber so wie man es auf dem Herd auch tun würde, kann man die Mikrowelle natürlich immer mal wieder anhalten und die Nudeln probieren. Sobald die gewünschte Bissfestigkeit erreicht ist, sind die Nudeln fertig. Dann wie gewohnt einfach in ein Sieb abgießen und es kann losgehen.

Alle drei Beilagen lassen sich in durchaus guter Qualität auch in jeder von uns getesteten Mikrowelle zubereiten, wobei es dabei doch auch Unterschiede gibt. Am meisten überzeugen die Kartoffeln, denn hier spart man wirklich eine Menge Zeit und Energie, sie schmecken dann aber keinen Deut schlechter als die aus dem Kochtopf. Ganz im Gegenteil, denn da hier kein Wasser zum Einsatz kommt, werden sogar weniger Mineral- und Aromastoffe ausgespült. Die Kartoffeln sind so also sogar gesünder und schmecken besser. Auf Platz zwei kommt der Reis aus der Mikrowelle, hier gibt es sowohl geschmacklich als auch bei der Kochzeit keine nennenswerten Unterschiede zur herkömmlichen Methode. Die Nudeln aus der Mikrowelle sind dagegen eher eine Notlösung, denn es dauert deutlich länger und richtig gute al dente Pasta kriegt man so auch nur schwer hin.

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